Magische Momente

Für Olympiasieger Johannes Rydzek ist großer Sport der wahre Erfolg.

Johannes Rydzek ist Doppel-Olympiasieger und sechsfacher Weltmeister in der nordischen Kombination. Jetzt freut sich der Ausnahme-Athlet auf „seine“ Heim-WM in Oberstdorf. Natürlich hat er einen weiteren Titel im Sinn. Noch wichtiger jedoch ist für ihn das Erlebnis. Denn Erfolg kann flüchtig sein. Emotionen aber – bleiben für immer.

Herrliche Winter, faszinierende Schanzen

„Die Winter im Allgäu sind herrlich. Wir waren immer viel draußen, mit den Loipen vor der Tür“, antwortet Johannes auf die Frage, wie man zur nordischen Kombination aus Skispringen und Langlauf komme. „Die großen Schanzen von Oberstdorf haben mich natürlich fasziniert. Schon als Kind habe ich mir beim Langlaufen einen Hügel gesucht, um drüber zu springen.“

 

„Ein genialer Trip, ein prägendes Ereignis.“

So kam es mit 16 Jahren zum überraschenden Weltcup-Debüt: „Ich war auf einem Lehrgang des C-Kaders in Norwegen. Plötzlich wurde ich in die Hütte meiner Trainer gerufen. Dort sagte man mir: Du fliegst übermorgen zum Weltcup nach Kuusamo. Ich bin alleine mit meinem Skigepäck von Norwegen nach Finnland gereist. Ein genialer Trip, ein wirklich prägendes Erlebnis.“

Schnellkraft vs. Kraftausdauer

Nordische Kombination verbindet die Schnellkraft des Springers mit der Kraftausdauer des Langläufers. Fühlt man sich damit als besonders kompletter Sportler? Oder eher als einer, der immer einen Kompromiss suchen muss? „Man darf sich nicht zu sehr in eine der Disziplinen vertiefen. Man muss die perfekte Balance finden, das ist die Challenge“, sagt Johannes.

„Meine Muskulatur braucht Abwechslung.“

Nach dem Ausdauertraining spüre man schon mal eine Trägheit in den Muskeln. Dann gelte es, wieder andere Reize zu setzen. „Meine Muskulatur braucht die Abwechslung. Dabei schadet ein gewisser Muskeltonus nicht, er gibt mir sogar ein gutes Körpergefühl. Zwei Sportarten zu vereinen ist anspruchsvoll. Es macht aber auch einen kompletten Athleten aus dir.“

4 WM-Titel in 8 Tagen

Die Woche seines bisherigen Sportlerlebens erwischte Johannes Rydzek 2017 in Lahti. Als erster Kombinierer überhaupt holte er alle vier möglichen WM-Titel – Normalschanze, Großschanze, Mannschaft und Teamsprint. War er so gut? Oder die anderen nicht gut genug? „Es war die perfekte Mischung aus Topform und Lockerheit. Ich war 2015 schon Weltmeister geworden, hatte keinen Titeldruck. Dann kam der erste Sieg ... und plötzlich bist du einfach im Flow.“

„Was zählt, ist der Moment.”

Im finnischen Lahti hatte Johannes im März 2011 seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert. Sechs Jahre später schrieb er hier Geschichte. Er sagt: „Natürlich stehen der Erfolg und die vier Titel im Vordergrund. Aber ganz ehrlich: Wichtiger ist mir die Erinnerung an diese besondere Zeit. Die Emotionen bleiben für immer bei mir. Was am Ende zählt, ist alleine der Moment.“

Olympiasieg in Pyeongchang 2018

Ein Jahr später in Südkorea krönte sich Johannes zum Doppel-Olympiasieger. Legendär ist der Schlusssprint im Rennen über die Großschanze und 10 Kilometer. Die drei Deutschen Johannes Rydzek, Eric Frenzel und Fabian Riessle holen Gold, Silber und Bronze – mit einem Abstand von 0,8 Sekunden. Gewinnt man einen Sprint wie diesen mit dem Körper? Oder nur mit dem Kopf?

„Ich hatte einfach Bock auf die letzte Runde.”

„Alle drei waren wir in sehr guter Form. Der Rennverlauf war ausgeglichen, wir haben uns gut abgewechselt. Als es auf die letzte Runde ging, hatte ich einfach nur Bock! Am Ende ist es wohl eine Mischung aus Willen, Taktik und Selbstvertrauen. Und dieses unglaubliche Finish – das war genau das, warum ich meinen Sport so sehr liebe.“

Die Ruhe im Sturm

An solchen Ausnahmetagen wirkt der Athlet nach außen wie entfesselt. Tief in ihm aber sieht es anders aus: „Du läufst nicht gegen die anderen, sondern bist voll und ganz bei dir selbst. Beim Schlussprint in Pyeongchang war ich mit mir im Reinen, in der Bewegung, in der Anstrengung, im Fokus. Es war sehr intensiv. Gleichzeitig habe ich eine vollkommene Ruhe in mir gespürt.“

„Kein Podest, aber ein geniales Rennen!”

Ein Gefühl wie dieses ist das Ziel, nach dem Johannes strebt. Und dabei kann der zählbare Erfolg auch mal in den Hintergrund treten. „Ich ziehe meine Motivation nicht aus Medaillen. Sondern aus der puren Freude am Sport. Beim Weltcup in Lahti Ende Januar wurde ich Vierter. Kein Podest, aber ein extrem guter Sprung und ein cooles Rennen! Ich habe mich gut gespürt, war nahe bei mir ... ein genialer Tag, für den ich einfach dankbar bin.“

Zufriedenheit als wahrer Erfolg

Von Bedeutung sei alleine die innere Zufriedenheit, sagt der Sechsfach-Weltmeister. Deshalb müsse man auch zwischen dem Leistungsziel und dem Ergebnisziel unterscheiden: „Was ich persönlich leiste, kann ich selbst steuern. Das Ergebnis beeinflussen die anderen Athleten. Ich war mit einem vierten Platz schon zufriedener als mit einem dritten.“ 

„Auch ein fünfter Platz kann glücklich machen.”

Mit ebendieser Einstellung wird Johannes Rydzek auch bei der Heim-WM an den Start gehen: „Oberstdorf ist mein Wohnzimmer. Wenn es hier für eine Medaille reicht, ist das natürlich ein Traum. Wird es am Ende aber ein fünfter oder siebter Platz nach einem guten, intensiven Rennen, dann bin ich genauso happy. Das sage ich so. Und das meine ich auch so.“

Ein magischer Moment

Bleibt die Frage nach dem bislang schönsten Augenblick seiner Karriere. Johannes erinnert sich: „Die WM 2017 in Lahti. Das Rennen über 10 Kilometer von der kleinen Schanze. Die Sonne stand tief, wir hatten Neuschnee und minus acht Grad. Ein super Sprung, gefolgt von einem genialen Rennen. Am Ende laufe ich alleine mit der Fahne ins Ziel. Vor mir fliegen Schneekristalle durch die Luft. Das war ein wirklich magischer Moment.“

Johannes Rydzek sagt über uvex:

„Es ist gut zu wissen, bestmöglich geschützt zu sein. Die Partnerschaft mit uvex geht aber weit über meinen eigenen Sport hinaus. Ich bin viel in den Bergen unterwegs. Beim Skifahren, beim Biken oder Tourengehen. uvex begleitet mich schon sehr lange. Ich nutze das Equipment eigentlich 365 Tage im Jahr. Es schenkt mir die Freiheit, genau das zu tun, was ich dort draußen in der Natur gerade machen und erleben möchte.“