Fest im Sattel

Wie XCO-Biker Georg Egger seine Gedanken in die Erfolgsspur bringt.

Er lebt in Obergessertshausen, einem Örtchen bei Augsburg. Von hier aus steigt er in den Sattel, um in der MTB-Welt seine Spur zu hinterlassen: Georg Egger ist zweifacher Deutscher U23-Meister im Cross Country. Bei den Europameisterschaften 2018 und 2019 in Glasgow (GB) und Brno (CZE) wurde er jeweils Neunter. Nun macht er sich bereit für die nächsten Highlights seiner Karriere.

Fahren am Limit

Was ist das Schöne daran, sich beruflich zu verausgaben? „Das Trainieren am körperlichen Limit gibt mir sehr viel“, sagt Georg. „Die eigene Leistungsfähigkeit zu spüren überträgt sich in ein gutes Gefühl, das nicht nur im Sattel bei dir ist. Es begleitet dich, wo auch immer du bist und schenkt dir auch im Alltag eine Menge Energie.“

“Das gute Gefühl begleitet dich, wo auch immer du bist.”

Hinzu komme die Atmosphäre beim Rennen, das Adrenalin, die Anspannung, der spürbare Wettkampfgeist. Diese Emotionen könne man förmlich aufsaugen, sagt Georg: „Außerdem darf man bei aller sportlichen Ambition nicht vergessen: eine MTB-Strecke in schöner Landschaft, einen besonderen Trail zu fahren – das ist einfach ein traumhaft gutes Gefühl.“

Ohne Spaß kein Gas

Georg liebt die Kombination aus konditionellen, technischen und taktischen Fertigkeiten, die im Cross Country nach einer Renndauer von rund 1:30 Stunden den Erfolg ausmachen. Wichtig sei dabei aber vor allem: „Ohne Spaß kein Gas! Du musst einfach Bock drauf haben. Ohne positive Einstellung habe ich noch kein erfolgreiches Rennen bestritten.“

“Ich male mir schon im Winter meine Highlights aus.”

Was macht man, wenn der Spaß auf der Strecke bleibt? Schließlich hat man als Profi vor allem eins: den Druck, nach vorne zu fahren. „Ich versuche, meinen Kopf im Winter auf die kommende Saison einzustellen, male mir Höhepunkte aus, visualisiere die wichtigsten Rennen. Mit Blick auf diese Highlights bleibe ich fokussiert und auch über Wochen und Monate motiviert.“

Niederlagen sind okay

Und wenn es nicht klappt? Wenn die Bilder im Kopf nicht zur Realität werden? „Das kommt vor und ist auch okay“, so Georg: „Selbst in einem perfekten Rennen kann ein anderer einfach besser gewesen sein. Vielleicht hast du auch eine Panne. Wichtig ist, sich auf ein geiles Wochenende zu freuen und optimal vorbereitet zu sein. Alles Weitere nehme ich einfach so, wie’s kommt.“

“Du gewinnst. Oder du lernst.”

Mit dieser Einstellung hat man freie Bahn. Die Erfolge nimmt man mit. „Und wenn es eine Niederlage oder einen Rückschlag gibt, dann ziehe ich daraus meine Lernerfahrung, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Am Ende ist es doch ganz einfach: Du gewinnst. Oder du lernst. So wirst du besser. Baust Selbstvertrauen auf. Und machst dich bereit für den nächsten Erfolg.“